Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
414
Einzelbild herunterladen
 

414

der Friede und die Ruhe seines Hauses gestört worden.In dem Sommer, als der Severin geboren wurde, hatteder Maurerjochcm, dem der Garten an der Fcnster-seite von Brosi's Hause gehörte, sich auf dem jenseitigenversandeten Ufer ein Haus gebaut und um einen näherenWeg in's Dorf zu haben ein Stuck seines diesseitigenGartens dazu verwendet und der Fußweg ging hartan den Fenstern Brosis vorbei. Noch in der erstenNacht seiner Heimkehr zäunte Brosi diesen Weg zu,aber schon am andern Tage mußte er aus schultheißcn-amtlichen Befehl den Zaun selbst wieder abtragcn undBrosi wetterte und fluchte in seinem Hause so oft Je-mand an seinen Fenstern vorüber ging und die Leutemachten sich den Spaß und gingen des Weges auchohne Noth. Brosi lief zu Amt und verzettelte vielZeit und Geld mit diesem Rechtshandel, der mehrmalsentschieden immer wieder von ihm ausgenommen wurde,so daß er volle vier Jahre dauerte. Brost behauptete, daßvier Schuh Platz rings um daö Haus ihm gehören,daß er daö oft von seiner Schwieger gehört habe undnicht davon lasse.

Er sprach oft davon, daß wenn er den Prozeßverliere, so wandre er aus nach Endringen, wohin erohnedieß gehöre und wo er eigentlich am liebsten sei.

Moni war vollkommen mit ihrem Manne einig, daßman dieses Gäßchen nicht dulden dürfe, aber endlichmußten sie sich doch den Entscheid gefallen lassen, daßes blieb, zumal dieser Weg als Kirchen- und Schul-weg von Pfarrer und Schullehrer bezeichnet wurde.Mit dem Auswandern nach Endringcn schien cs nicht