Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
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406
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Anblick, wenn die Mutter mit den Kindern um denTisch saß und wettete, wer zuerst mit seinerGschrist"fertig werde. Jener erste Brief Brosi's aus ihrenersten Ehcjahren diente Moni als Vorschrift; sie hatdabei freilich nicht orthographisch schreiben gelernt,aber besser als Brost brauchte sie es auch nicht ver-stehen und ihre Fehler waren gerade die, die Brostauch machte. Dieser war ganz glückselig als ihmseine Moni so unverhofft einen eigenhändigen Brief indie Fremde schrieb. Die Kinder durften auch oftBriefe an den Vater schreiben, von denen aber natür-lich höchstens einer abgeschickt wurde. Der wissen-schaftliche Betrieb im Hause war aber doch weit geringerals der in Wald und Feld. Kilian mußte die Kühein den Wald zur Weide führen, denn die Grasnutzungim Walde war damals noch allgemein, die anderenmußten Streue einthun, Erdbeeren, Himbeeren, Heidel-beeren und Wachholder sammeln und theils selbst nachder Stadt zum Verkaufe bringen, theils übernahm dießdie Mutter. Ein besonderes Handelsgebiet war denKindern aber auch darin gegeben, daß sie im HerbsteLichtspäne lange zugespitzte dünne Scheiben ausdem Kernholz von Kiefern, die man zur Beleuchtungin der Küche benützt stundenweit in kleinen Körbenauf dem Kopfe nach dem Getreidelande tragen mußten,um dafür Mehl, Kleie, Schmalz oder auch Aepfeleinzutauschen und manchmal gab es sogar baares Geld,das die Kinder getreulich ablieferten. So kam es,daß Moni mit einem Häuflein Kinder nicht mehrbrauchte als da sie noch allein war, und die Kinder