Es ist aber wunderbar, wie bald die aufgepfropftenBegriffe selbständig ausschlagen. Es vergingen kaumeinige Jahre, als die Endringcr und Haldenbrunnerals Badische und Württembergische einander vielfachneckten.
In dieser Zeit hatte aber Brost von der Welt dochalljährlich eine besondere Freude. Obgleich der Rhein-ländische Hausfreund ein badischer Kalender war, brachteihn doch Brost jeden Herbst mit nach Hause, aber erlas keine Silbe darin, bis das Neujahr wirklich dawar und auf manchem Gange in der Nacht schmunzelteer vor sich hin, wenn er an die lustigen Geschichtendachte, die er gelesen hatte. Von der ganzen Samm-lung seiner Kalender waren diese die zerlcsensten undin keinem ist mehr eingetragen. Es geschahen aberauch zu ihrer Zeit die wichtigsten Ereignisse.
Der Kilian hatte noch einen Bruder Namens Franzund außer seiner Schwester Rösle noch eine NamensMariann erhalten, ein zweites Brüderchen lag nebendem Apothekerrösle auf dem Gottesacker. Es gabkeine zweite Mutter in Haldcnbrunn, die ihre Kindermehr in Zucht und zur Schule anhielt als Moni; jasie ging selber noch in die Schule und zwar bei ihremKilian, denn sie lernte bei diesem Geschriebenes lesenund selbst die Feder führen. Spielend und ohne daßdie Kinder die Unwissenheit der Mutter merkten, lerntediese die Schreibkunst, sie hatte erfahren, wie nachtheiligihr deren Mangel gegenüber den Kindern war undfreute sich auch kindisch darauf, an Brost selber einenBrief schreiben zu können. Es war ein seltsamer