Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
385
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Wir haben doch zwei frischmelkige Kuh'. Dumußt noch lang wachsen, bis du da 'rauf reichst," sagteer auf die Stirne deutend,dein brav Thierle im Stallist die eine und mein Amt ist die zweite Milchkuh.Jetzt sag, bin ich ein Narr?"

Ich wollt', die ganz' Welt war so närrisch wiedu."

Und ich wollt'ö nicht. Ich will was ApartesHab en."

Es giebt eine Fröhlichkeit, eine innere Durchleuch-tung, die sich in gar nichts Besonderem ja nicht einmalin Worten ausspricht, und eines der Ehegatten oftferne von dem andern hat die vergnügtesten Stundenmit ihm, sei es im Alleinreden oder innerem Geden-ken, und wenn sie sich begegnen, lachen sie einanderaus und wissen nicht warum und wollen es nicht wissen.So lebten Brosi und Moni seelenvergnügt, währenddraußen die beginnenden Frühlingsstürme rasten, undwenn das Apothekerrösle noch immerdar keifen wollte,verstand es Brosi oft, es lachend zu machen.

Wenn Brosi um zwölf Uhr sein Amt antrat, standMoni mit ihm auf und spann bis der Tag anbrach,so sehr auch das Apothekerrösle schalt, daß man ihmauch noch die Nachtruhe raube. Moni hängte einenRock an das Himmelbett und spann hinter demselbenund wenn Brosi in der Zwischenzeit des Anrufensnach Hause kam, sprach sie leise mit ihm oder ließihn einschlafen und weckte ihn mit dem Glockenschlage.Es waren für Brosi jetzt manchmal bi^e Zeiten, derSturm raste, daß Brosi nur mit höchster Gewalt seineAuerbach, Dorfgeschichten, Z. Band, 25