Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
383
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Einen ganzen Winter lang ging dieser Betrug vorsich und außer den beiden Beteiligten wußte Niemanddavon als der Auerliahnwirtb. Brosi machte sichnicht im Geringsten ein Gewissen daraus, die ganzeWahrhaftigkeit seines Berufes zu mißbrauchen und dochwar cs derselbe Mann, der zu Zeiten von den heilig-sten Gedanken getragen dahin schritt, der Uebermuthdes Scherzes deckte Alles zu und die Trinkgelder desKappelbauern waren reichlich. Gemahnte ihn dochbisweilen eine innere Stimme, so beschwichtigte er siemit dem Einwande, daß der Kappelbauer auch ohnediese Beihülfe sein Leben nicht ließe, und nur Zankdadurch verhütet werde, daß der Kappelbauer nichtmehr lange lebe und die Wittwe noch immer reichgenug bleibe, im nächsten Winter aber, wenn derKappelbauer doch noch leben sollte, gelobte er sich diesenBetrug nicht mehr mit zu machen.

Auf Diebe hatte Brosi wenig zu achten, denn esgab damals in Haldenbrunn nichts zu stehlen als etwasHolz und dessen konnte man bei Tag genug habhaftwerden; aber manchem Burschen, der aus einen:Fenster sprang und durch die Schatten an den Häuserndahin huschte, winkte er mit der Hellebarde und riefihm auch einige Spottworte nach. Oft klopfte er auchan ein Haus und weckte die Leute, denn er hörte, daßeine Kuh kalben wollte, ein Pferd sich losgerissen hatte,und das trug immer ein paar Töpfe Milch oder einigeKochetcn Kartoffeln ein.

Von den Holzfuhren hatte sich Brosi nicht losma-chen können, denn der Nevierförster, der Anfangs