Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
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Zechbrüder zu sich riefen, wenn er die Stunde ansang.Ein Amt und sei es auch das geringste, giebt dochalsbald auch eine Würde, Brosi ließ sich durch keinZureden und Versprechen dazu herbei, selber mit zujubeln und tolle Streiche zu machen; er störte dieLustbarkeit der andern nicht, aber er selber blieb inAmt und Würde.

Oft hatte er noch die besondere Sendung denKappelbaucr heim zu geleiten. Dieser zechte und kar-telte oft Nächte hindurch mit dem Auerhahnwirth unddie leichten Karten spielten nach und nach ganze Mor-gen Hochwald in die Hände des Wirths. Der Kappel-bauer war kinderlos, hatte aber dafür eine Frau, diemehr Lärm machen konnte als zehn Kinder in derAbenddämmerung. Wenn nun der Kappelbauer seinenrichtigenpolnischen Rausch" hatte, wie er es nannte,stützte er sich auf die befreundete Macht Brosi undbegann in mehr als liebevoller Hingebung zu klagen,welch eine böse Frau er habe und wie sie ihn diewenigen Stunden nicht werde schlafen lassen. Erkonnte dabei untereinander fluchen und weinen, bisBrosi einst ein kluges Mittel fand:

Weißt was?" sagte er,wenn deine Frau zankt,daß schon so spät sei, sagst, es sei ja erst zehne undich steh vor deinem Haus und ruf zehne an."

Der Kappelbauer weckte sogar seine Frau und alsBrosi den Zank losgchen hörte, rief er mit verstellterStimme, als ob des Uribasches Kalter sänge, zehnUhr an und nur noch ein lautes Lachen erscholl, dannward es stille im Hause des Kappclbaucrs.