einst gelebt und er hieß die Sprache feststehen, diebisher nur die Luft getragen und faßte das klanglosverborgene Leben in melodisch gebundene Worte.
Der Mann, der nachmals Brost so viel heitereund erquickende Geschichten erzählte, der AllemannischeDichter wurde von ihm in stiller Nacht zum Inne-werden seines Heilthums erweckt.
Der Wächter und dep Dichter haben nie von einan-der den Namen erfahren und doch wurden beideeinander zum Heile.
Brost erfuhr nur von minder bedeutenden Zuhörerndas Lob über sein Taganrufen und er konnte sich nichtenthalten auf solchen Ruhm hinzu zu setzen: „MeinMann ischt koanr," aber er sagte diesen Spruch dochnicht mehr so ungemessen selbstzufrieden wie sonst.
Ein Nachtwächter hat aber nicht immer gottseligeund fromme Gedanken, sein Gemüth ist weit wenigerallzeit empfänglich als seine Kehle und wo nächtigeGesellen beisammen sitzen und sich am kühlen Weinerquicken, da kann man sich darauf verlassen, daß derNachtwächter unter sie tritt, nicht als nachgeborenerCherub der Polizei, der die Seligen aus dem Paradiesevertreibt mit rostiger Hellebarde, nein, er setzt sichruhig an den Seitentisch beim wärmenden Ofen undtrügt sich nicht in der Hoffnung, daß die Seligen gernespenden und auf die Frage, welche Zeit es sei, hat erdie trostreiche Antwort: „Noch früh am Tag. ErstEin Uhr." Wie manchen guten Trunk hätte Brostverschlafen, wenn er nicht Nachtwächter geworden wäre,und er hatte oft die Genugthuung, daß ihn lustige