Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
366
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thaten jetzt als ob sie von je her die besten Freundezu ihr gewesen wären und die Großbauern sprachenmit ihr und sagten, man sehe es erst jetzt, daß sieeigentlich einsanbcr Mädle" gewesen sei. Das Allesverdankte sie ihrem Brosi, der sie nicht mit den anderenFrauen fortgehen ließ, sondern bei sich behielt, bis siesich unversehens zu der Wirthin in die Schenke machte,denn sie war oft bald die einzige Frau unter den vielenMännern.

Haldenbrunn gehörte zu Vorderöstrcich und der Kriegmit den Franzosen, in dem viele Söhne aus demDorfe sich befanden, bildete natürlich das erste Gespräch;der Sieg Erzherzog Karls bei Stockach, der Rückzugder Russen über den Rhein, Bonapart's Rückkehr nachFrankreich, die Gefangennehmung des Papstes, nach-trägliche Berichte über den Gesandtcnmord in Rastatt,das Alles lief wirr durcheinander mit Vermuthungenüber die Zukunft. Bald aber verließ man die hohePolitik, bei der nur die Großbauern das Wort führten,und kam auf Nähcrliegendes.

Es ist allezeit wohlgcthan, daß gesunde Menschendie Kraft in sich erwecken, mitten unter Drangsal undBangen, einen Scherz zu erhaschen, daß einem dasWasser in die Augen tritt. Das dachten die Halden-brunner nicht, aber sie thaten es, und das ist am Endegleichviel. Der Sohn des Nachtwächters, auch einjung verheiratheter Mann, des Uribasche's Kaltergenannt, weil er die Eigenheit hatte, daß er nichtsWarmes genießen konnte, war das Stichblatt des ebennicht wählerischen Scherzes und besonders am Tische