Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
363
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Heißungen gespeist ging Brosi nach Hause und bliebbald bei diesem bald bei jenem stehen und sprach überallerlei. Je näher er aber seinem Hause kam undden Rauch aus der Luke des Strohdaches aus demweißen Schnee aufsteigen sah, um so mehr schmunzelteer in der Zuversicht eines besondern Genusses, der auchnie fehlte. So oft er auch seine zwei bis drei Dutzendfaustgroße Leberspatzen verzehrte, jedesmal rühmte er,daß gewiß so weit man kocht, Niemand solche Leber-spatzen bereiten könne wie seine Moni. Ueberhauptwar es ausgemacht, daß die beiden Ehegatten sehr vieleinander lobten, aber Brosi erhielt auch hier dengrößer» Theil und wer es noch nicht gemerkt hat, demsei es jetzt ausdrücklich gesagt, daß Brosi eigentlich vonGrund des Herzens eitel und lobsüchtig war, undzwar sehr eitel und sehr lobsüchtig.

Während der Mittagskirche saß Brosi vor einemdurchschossenen Kalender und schrieb er war ja vonEndringcn und hatte Schreiben, Tafelrechnen undLesen gelernt und das konnte damals unter zehn kaumeiner mit harter Hand verzeichnte er den Arbeits-lohn der Woche, was er davon erhalten und noch guthatte und wie viel Klafter er überhaupt zu Thal geliefert;daneben wurde der Schindelnvcrkauf genau berechnetund eine besondere Ausgabe, wie etwa die Herrichtungeiner zerrissenen Sperrkette verzeichnet. Brosi hättedas Alles wohl im Kopf behalten können, aber erstlicherschien er sich in einer besondern hausvätcrlichenWürde bei solcher Buchführung und Moni vergaßes nicht, ihn gebührlich darob zu loben, und dann