358
Es bedurfte seines ganzen unverwüstlichen Froh-sinns, um in diesen Zänkereien und den darauf fol-genden Mühen nicht bis zum Uebermaß verdrossen zuwerden.
Hatte man dann seinen Schlitten geladen und dieSperre, die nur aus niederhängenden Scheitern inder Kette bestand, gehörig gerichtet, so galt es, wederder erste zu sein, der den Anderen Bahn machte, nochauch einer der letzten, der schon zu glatte Geleise vor-fand. Es gelang Brosi nicht, weder mit Scherz nochmit nachdrücklichem Ernste eine feste Reihenfolge her-znstellen, ja er wurde gehänselt und mit seinen Neue-rungen barsch abgewiesen, weil er von Endringengebürtig, ein Eindringling und einer der jüngst Ein-getretenen war. Brosi war nun meist der Bahnma-chende, er stellte sich in die Gabel seines Schlittensund leitete ihn den Berg hinab, bald anziehend, baldsperrend, je nachdem cs der Weg mit sich bringt.Oft war es ihm, als müßte das Treiben ihm dieArme ausrenken, und das Ziehen die Brust hcraus-stoßen und noch dazu das allzeit vorsichtige Umschauenauf den Weg und das Aufmerken auf die Genossen,die so unverzeihlich hart hinter ihm drcinkamen; aberBrosi war jung und gesund und er freute sich dessendoppelt. War er im Thale angekommen, wo er sichzum Verschnaufen ein wenig ausspannte und sich denSchweiß von der Stirne wischte, so reckte und bäumteer sich mit Lust und fühlte die Kraft durch alle seineGlieder strömen, er sagte dann oft scherzend: „DasDing ist doch gut, das macht einem Gaulöknochen."