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Brosi wollte der Mutter die entnommenen Bett-stücke wieder zurück geben, aber Moni duldete dasnicht, man dürfe nicht nachgeben, sonst sei man ver-loren. Moni suchte ihren Mann zu trösten über dieschwere Bürde, die er an ihrer Mutter habe, aberdieser sagte gleichmüthig:
„Wir wären zu glücklich, drum müssen wir unserKreuz haben, das ist einmal so in der Welt; und soschwer ist es nicht, daß wir nicht noch lustige Sprüngemachen können."
Als ihm aber Moni ein beglückendes Geheimnißmittheilte, sagte er doch:
„Lieber Gott, mir ist nur arg, daß das unschuldigeKind die Belferei von deiner Mutter mit anhörenmuß."
Jetzt aber war Moni gescheiter, denn sie ent-gegnen:
„Das schadet nichts. Man wird just nicht giftigdavon, das stehst än mir, und in frühen Jahren zuwissen, daß nicht alle Menschen Lämmer Gottes sind,hat auch sein Gutes."
Ganze Abende saß Brost bei seiner Frau und sangmit ihr, daß die Fenster zitterten. Weil sie in Gegen-wart der Mutter nicht viel reden dursten, begannensie in der Regel bald nach dem Nachtessen, das dieHaupmahlzeit war, Liebeslieder und Schelmenlieder,wie sie ihnen in den Sinn kamen, und wie gesagt,das hässige Wesen der Mutter drängte die Eheleutegerade zu um so größerer Lustigkeit, die freilich inihnen beiden steckte. Schien der Liedervorrath erschöpft
Auerbach, Dorfgeschichten, g.Band. 23