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„Du hast mich ganz narret gemacht, es will mirgar nicht aus dem Sinn, daß gestern Sonntag gewesenist und die Leut sagen, heut sei Freitag."
„Diese Woch hat halt zwei Sonntag'," entgegneteBrost lachend und ein Jedes ging an seine Arbeit.—
Am nächsten wirklichen Sonntag machte sich derBrost mit seinen beiden Hochzeitlädern auf, um inseiner Heimath die üblichen Einladungen zu machen;er trug einen Rosmarinstrauß mit rothen und blauenBändern auf dem Hut und im Knopfloch, und ebensodie beiden Gesellen, die noch dazu Säbel an der Seitetrugen. Moni schaute ihnen noch lange nach von demwiederaufgerichteten Bachstege, und von fernher ertöntenihr noch die Hellen Juchhe, die die Berge wieder-schallten.
Es war für Brost eine eigenthümliche Buße, daßdas erste Haus, in das er mit seinen Gesellen ein-treten mußte, der Hof zur langen Furche war. Hierkam er gerade in große Festlichkeiten hinein, denn dieSchwester des Furchenbauern verlobte sich mit demGipsmüller vom untern Thale; da standen Fuhrwerkevon ob und nid der Steige wie eine Wagenburg vordem Hause und drinnen in der Stube war Alles ge-steckt voll von dicken Verwandten beider Seiten. Brostüberkam ein Bangen und ein seltsamer Schreck als erin die übervolle Stube trat. Wie viele Menschenhatten sich hier zusammen gefunden, um den Hand-schlag mit zu feiern, wie wirkte das Ereigniß hinausüber Berg und Thal und eine ganze Reihe von ge-wichtigen Menschen trat einander nahe; wie armselig
Auerbach, Dorfgeschichten, 3, Band. 22