Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
335
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Uebcr das Antlitz Brosi's zog eine eigentümlichesonnige Klärung, er faßte die Hand Moni's undsagte:

Ned' nicht so. Freilich ist's hart. Sag' abernicht, wenn deine rechte deine linke Hand saßt, habestdu alle deine gute Freund. Da hast meine zweiHand und ich Hab' viele Freunde, und die sind alledein, und ich Hab' Niemand auf der Welt, der wasgegen mich hat, auch der Furchebauer nicht. Ich schaff'dir Gespielinnen so viel du magst und die fürnehmstcnaus der ganzen Gegend. Wenn nur wir zwei mitGottes Hülfe gut Freund sind, dann wird's die ganzeWelt auch sein."

Moni beugte ihr Haupt nieder und legte ihrebrennende Wange auf die Hand Brosi's, dann richtetesie sich auf, schüttelte seine beiden Hände mit mächtigerKraft und sagte:

Brosi, das vergeß' ich dir nie, nie, wie du setztgegen mich gewesen bist. Du wirst sehen, was du anmir hast."

Die Verlobten hielten ihre beiden Hände fest undsahen einander tief in die Augen, und dieser Blicksprach mehr, als alle Worte auszudrücken vermögen.Ohne Kirche, ohne Priester und Zeugen kam die Seg-nung der ewigen Weihe über die beiden Verbundenen.

Moni war so aufgelöst und hingegeben, daß sieschon heute ihrem Verlobten das Räthsel jener Traum-nacht lösen wollte, aber Brosi wollte nichts davon hören.

Du mußt mich dazu anhalten, daß ich bei meineinWort bleib', und ich will's auch so halten," erklärte