Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
325
Einzelbild herunterladen
 

die Hausthür kannst von innen aufmachen. Brost, seibarmherzig und geh."

Wo soll ich denn hin jetzt in so später Nacht undaus dem ersten Schlaf heraus? Ich bin ohnedem krank."

Geh noch nach Endringen, oder wenn du nichtwillst, drüben beim Jörgtoni schlafen noch drei fremdeMaurer, da kannst du auch sein."

Morgen will ich's thun. Heute geh ich nimmerfort."

Wenn du nicht heut gehst, bist du verloren aufewig und ich auch. Brost, sei barmherzig. Du wirstes sonst in deiner Todesstunde bereuen, der Angstschweißauf der Stirne wird dich gemahnen, wie du ein armesMädchen"

Ho so! Thu nicht so arg. Ich geh ja, aber machnur auf und komm ein bisle 'rein."

Bist du schlecht Brost? Willst du schlecht sein?"

Nein, ich Hab ja schlafen wollen. Ich will janichts. Morgen will ich gehen, oder meinetwegen heutdu Heilige. Mach nur auf und gieb mir die Hand."

Schworst du gleich zu gehen?"

Ja ich schwöre. Mach nur auf und gieb mirdie Hand."

Schwörst du ohne Bedingung zu gehen?"

Ja, so wahr mir Gott helfe zu einem rechtschaffenenLeben und zu einem leichten Tod."

Brost drückte an die Thür, sie war offen, er hattesie nicht entriegeln gehört, er vernahm keinen Tritteines die Treppe Hinabgehenden, kein Oeffnen undSchließen der Stubenthüre, Alles war wie in die Lust