Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
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gen Hochzeit hielt und drei Tage lang das Tanzen undPrassen nicht ausging, machte sich der Brosi auch einenarbeitsledigen Tag und war voll übermüthiger Lustigkeit.

Er tanzte mit der Braut den Siebensprung undmit der ersten Brautjungfer, der Schwester des Furchen-bauer, den Hoppelvogel (wobei man nach bestimmterWeisung wie ein Vogel hüpft und nach Futter scharrt)so meisterlich, daß selbst die Alten auf ihn zukamenund ihm als höchstes Lob die Versicherung gaben, daßsie zu ihrer Zeit nicht besser hätten tanzen können.Und immer lustiger ward der Brosi und jeder Bursche,der den Musikanten ein Lied vorsang, daß sie es alsTanzweise spielen sollten und der damit nicht vom Fleckkam, fand im Brosi eine allzeit bereite Hülfe; er kanntealle Lieder und alle Weisen und hatte eine Helle, Alleübertönende nie heisernde Stimme. Die Monika, dieTochter des Apothekerrösle von Haldenbrunn, warauch auf dem Tanze. Sie durfte sich wohl sehen las-sen, sie war nett und sauber gekleidet und trug einenRosmarinstrauß im Busen; von Gestalt untersetzt miteinem apfelrunden Gesichte von wenigem Ausdrucke,zeigte sich doch um die festgeschlossenen seinen Lippen,zu welcher Lebendigkeit dieses Mädchen gebracht werdenkönnte, wenn der Rechte sich einfand. Brosi bedachte,daß die Monika gewiß nur wegen seiner gekommensei, aber er sah sich kaum nach ihr um und hatte nochim Stillen die Schadenfreude, ihr einen Plan zuSchanden zu machen; sie hatte ihn gewiß seit Monatenallmorgcndlich nur so freundlich gegrüßt, um einensichern Tänzer für den heutigen Tag zu haben, jetzt