Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
292
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bangen Gefühlen Vater und Bräutigam in öffentlicherWirksamkeit sah.

Sie hatte sich kindisch gefreut, als dieser am Mor-gen bei ihr eingetreten war in der schönen Uniform,ffc hatte den blauen Militärfrack mit amaranthrothemKragen, das Bandelier mit dem goldgefäßigen Degenund den Tressenhut mit wahrem Jubel bewundert.

Die Anklageschrift wurde verlesen und der Staats-anwalt schilderte mit hinreißender Beredtsamkcit dieVerruchtheit eines Verbrechens, das immer mehr über-hand zu nehmen drohe, Eigenthum, öffentliches Ver-trauen und öffentliche Moral tödte, und beschwor diezwölf Männer aus dem Volke durch ihr Schuldigdieser Alles verheerenden Ruchlosigkeit einen Dammzu setzen. Fränz beugte sich weit heraus, die glänzendeRede ihres Bräutigams, sowie seine Erscheinung mußtenihr sehr gefallen. Reppenberger benahm sich klug undgewandt mitten in allem Kreuzverhör und wußteAlles auf die unschuldigste Weise zu erklären, ja erverstand es sogar mehrere Zeugen durch Fragen, dieer an sie stellte, zu verblüffen. Die Defraudation schober aus seinen Geschäfsgenossen, der vor Kurzem ent-flohen, ihn betrogen habe und nun hätten schlechteMenschen ihm Feuer angelegt. Gegen Diethelm unddie Geschworenen überhaupt schaute der Reppenbergerkaum auf, er hielt den Blick fast ausschließlich auf dieRichter gewendet, und nur manchmal beugte er sichhinter die Brüstung nieder und nahm eine Prise ausseiner bekannten birkenrindencn Dose. Eine großeZahl von Belastungs- und Entlastungszeugen wurde