Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
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Neunundzwanzigstes Kapitel.

Von Fränz war ein Brief aus der Kreisstadtgekommen, sie hielt sich dort bei den Eltern ihresBräutigams auf und hatte die Todesnachricht erfahren,und fragte ob sie nun dennoch heimkommen solle undwenn dieß der Vater wünsche, möge er ihr Jemandzum Geleite schicken, da es nicht mehr für sie passeallein zu reisen. Dieser Brief war für Diethelm vollBetrübniß, er sah darin auf',s Neue die Herzlosigkeitseines Kindes, das nicht über Alles hinweg zu ihmeilte, um ihn nicht allein seinem Schmerze zu überlassenund am Grabe der Mutter mit zu weinen. Ja, Diethelmfühlte, daß er in seiner Frau nicht nur eine treueEhegenossin, sondern auch eine mütterliche Sorgfaltverloren, die allzeit fest und unbeirrt ihm sich zuwcndete.Er ging im Dorfe mitten unter den Menschen umherwie ein in Waldesdunkel verirrtes Kind, so verlassen,so hülflos erschien er sich. Was nützte ihm all' dieEhrerbietung und zuthunliche Theilnahme der Menschen?Das waren doch nur Bettelpfennige, die man demHülflosen am Wege zuwirft und ein Jedes gingschließlich doch seinem eigenen Lebenskreise und seiner