Hab' mein Versprechen gehalten und will nicht darnachforschen, warum ihr in einsamer Nacht da umherlauft.Daneben leg' ich euch nichts in den Weg, vor mir kannder Dicthelm ruhig sein, wenn er's vor sich auch kann."
Schnell eilte Munde davon und hörte nicht darauf,daß ihm noch Diethelm nachrief er möge ihn begleiten.
Wie traumwandelnd ging Diethelm in die Stadtzurück. Im Umschauen gewahrte er wieder die zerstreutenweißen Punkte auf dem Berge und jetzt erinnerte ersich, daß das ja nur Kreidefelsen waren, die hier zuLande auf den Bergen liegen gelassen werden, um dieDammerde vor Abschwemmung zu wahren. Im Wirths-hause schrieb er einen Brief an den Vorsitzenden undschickte ihn doch nicht ab, er wartete mit Ungeduld aufden Morgen und eilte in aller Frühe zu dem Vorsiz-zenden, ihm ankündigend, welche Botschaft ihm einSoldat gebracht, den er genau bezeichnte. Der Vor-sitzende entließ ihn und Diethelm hörte kaum, daß heuteohnedicß keine Sitzung sei. Noch einen Augenblick saher seinen Schwiegersohn und bat ihn, Franz von demGeschehenen zu benachrichtigen^ dann fuhr er mit Ertra-post heimwärts, er fand aber seine Frau nicht mehram Leben und hörte nur von der Frau Kübler wieinnig sie seiner gedacht und immer gerufen habe: „Dubist unschuldig. Du bist mein braver Diethelm."
In seinem aufrichtigen Schmerze tröstete ihn derGedanke, daß sie mit diesem Bewußtsein gestorben war.Er machte eine namhafte Stiftung zu ihrem Andenkenund war überaus mild und freigebig.