Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
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im Kopf, so wirr kam er endlich in seinem Quartierean und faßte den festen Vorsatz, noch das Letzte zuthun und ohne ein Zeichen der Betroffenheit denmorgenden Verhandlungen beizuwohnen.

Mitten in der Nacht erwachte er, er war an einemSchrei aufgeschrcckt, den er noch wachend zu vernehmenglaubte. Er hatte im Traume seine Frau krank ge-sehen, und sie rief ihm mit so jammervoller Stimme,daß sein Herz noch laut pochte. Er machte sich raschauf, verließ das Haus und die Stadt und eilte heim-wärts. Immer fester glaubte er daran, daß seineFrau mit dem Tode ringe und nicht sterben könne,bis er bei ihr sei, und daß sie noch im Tode ihn sosehr liebte, daß sie ihn wegrief von all' den Schrecken,die seiner harrten, und denen er vielleicht doch nichtTrotz bieten könne. Die nie ganz erloschene Zuneigungzu seiner Frau stammte in ihm auf, und weinend wieein Kind rannte er dahin. Am Herbsthimmel schossenSternschnuppen in weiten Bogen hin und her, undmit vertrauender Innigkeit sprach Dicthelm beim Auf-blicke den Wunsch aus, daß seine Frau leben bleibenund Alles mit ihnen gut sein möge.

Kaum eine Stunde war Diethclm gegangen, alser vor einem Berge wie festgewurzelt stand. Wehe!Von der Bergesspitze herunter kam wie aus demHimmel heraus eine Heerde Schafe, die blökten sojämmerlich, wie damals in den Flammen. Diethclmsetzte sich nieder und wusch sich die Augen mit demThau, der auf dem Grase lag, er wollte gewiß sein, daßer nicht träume. Er schlug die Augen auf, aber immer