anders gebaren müsse und seine geübte Verstellungskunstkam ihm zu statten, er that als ob er den Vorgang mitRcppenberger schon längst kenne und nur darüber ge-scherzt habe, da der Schwiegersohn voraussetzen könne,daß er sich von dieser Sache dispensiren lasse, da ihn dieseVerhandlungen überhaupt doch zu sehr angriffen und zu-mal beim Neppenberger, der ein alter Bekannter von ihmsei. Der Schwiegersohn bemerkte, daß es Aufsehenmachen werde, wenn sich Diethelm gerade hievon dis-pensircn lasse, er solle vielmehr ihm zu lieb dabei sein.
„Warum euch zu lieb? Habt ihr auch noch wasim Hinterling gegen mich?" fragte Diethelm und seineAugen rollten.
„Ich meine mir zu lieb, weil ich gerne möcht', daßmein Schwiegervater dabei war', wenn ich zum Ersten-mal im Feuer stehe."
„Ich kann ja auch als Zuhörer dabei sein," schloßDiethelm, brach ab und plauderte mit seinem Schwieger-söhne über allerlei voll heiterer Laune.
Am Abend machte sich Diethelm aus zu dem Rechts-anwalt Rothmann, der der bestellte Vertheidiger Rep-penbcrgers war, dieser mußte ihm den Gefallen thunund von seinem Rechte Gebrauch machen, die ihm nichtgenehmen Geschworenen abzulehnen und dafür aus derUebcrzahl einen anderen zu nehmen. Erst im ZimmerRothmanns fiel ihm ein, daß solch' eine Bitte gefähr-lich und nutzlos sei. Gerade weil er ein alter FreundReppenbergcrs war, mußte dessen Vertheidiger ihnfesthalten. Er sprach daher auch mit Rothmann allerlei,aber nichts eigentlich über die Angelegenheit Reppen-