abgelegt habe. Er ging aber bald davon ab und berichtetemit dem freudigen Bangen, das ein Offizier vor derersten Schlacht empfinden mag, daß er andern Tages stell-vertretender Staatsanwalt sein werde, und zwar in derAngelegenheit Reppenbergers, der erst vorKurzem einge-bracht, aber noch in dieser Gerichtsperiode abgeurtheiltwerde, sowohl um ihn nicht noch auf ein Vierteljahr imSalz liegen zu lassen, als auch um rasch ein abschreckendesBeispiel für das überhand nehmende Verbrechen zu geben.
„Ich kenn' den Neppenberger, was hat er denn?Ich Hab noch gar nichts davon gehört," sagte Diethelm.
„Der Fall ist eurem gleich," erwiderte der stell-vertretende Staatsanwalt, „er hat eine Branntwein-brennerei, hat sie hoch versichert, angezündet und sichdavon gemacht, er hat aber nicht an den Zugwindgedacht und das Feuer ist zu früh ausgebrochen, amHellen Tag und man hat gelöscht und gefunden, daßdie Fässer, in denen Branntwein sein sollte, nichts alsWasser enthalten. Zwölf Jahr Zuchthaus sind ihmgewiß. Es ist Brandstiftung und Defraudation."
„Das ist ein schöner Spaß."
„Wie so Spaß?"
„Ich hätt' nicht glaubt, daß Sie mit mir so einenSpaß machen. Das lassen Sie sich gesagt sein, dasist ein Punkt wo man mich nicht anfassen darf, dabin ich kitzlich und hau um mich, sei es wer es wolle,da versteh ich keinen Spaß."
Der Schwiegersohn bctheuertc, daß er nur ernstewirkliche Thatsachen berichtet habe und sah Diethelmverwundert an, dieser erkannte schnell, daß er sich