Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
273
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male betete er ln innerster Seele voll Rene über dasGeschehene. Vor seinen dreinstarrenden Augen ver-schwommen die Menschengestalten, nur das blanke Schwertdort an der Wand blinkte und die Stimme des Staats-anwalts tönte. Da erklärte der Vorsitzende die Verhand-lung für diesen Morgen als geschlossen und beraumteeine zweite Sitzung auf Nachmittag.

Als jetzt Alles sich erhob, rieb Diethelm lange dieStirne und wie taumelnd verließ er den Saal unddrängte sich dann hinaus als würde er fcstgchalten.Erst in freier Luft fand er sich selber wieder, er tratfest auf und schaute zurück nach dem Gerichtssaal wieein Angelandcter dem schwankenden Schiffe nachschaut,das er eben verlassen.

Die Geschworenen hatten sich einen gemeinsamenMittagstisch in einem ihnen genehmen Wirthshauseangeordnet und wie von selbst war Diethelm hier derVorsitzende, zumal da die wenigenHerren" unterden Geschworenen sich in einen vornehmeren Gasthofbegeben hatten. Diethelm fühlte sich ganz wohl-gemuth, er war fest überzeugt, daß er heute allesPeinliche seiner Lage überwunden habe und daß nichtsmehr über ihn kommen könne.

Es waren hier die gewichtigsten Bauern einesganzen Kreises versammelt, die sich zum Thcil nochnicht persönlich kannten, sie fanden aber schnell eineEinigung und sogar ein allgemeines Gespräch; denn, nichts vereinigt die Menschen so leicht als eine Anhäng-lichkeit oder ein Widerspruch gegen eine Persönlichkeit.Gegen den Steinbauern, der sich bald nach seiner

Auerbach. Dorfgeschichten. S. Band. 18