richtung zufolge wurden aber die Geschworncn nicht nachallgemeinem Wahlrechte frei gewählt, sondern die Amts-vcrsammlung, bestehend ans den meistens gefügigenSchultheißen und einem Theil der Obmänner wählteeinen sogenannten Siebenerausschuß und dieser ernanntedie Geschworncn aus der Zahl der Höchstbesteuertenund Nichtdemokraten. Eines Tages kam der VetterWaldhornwirth hastig mit der Landeszeitung in derHand und sagte zu Dicthelm:
„Da kommet ihr in der Zeitung, Vetter."
„Ich? Wie?" erwiderte Diethelm sich verfärbend,und nahm mit Zittern das Blatt in die Hand. Er lasdie Liste der Geschworenen und als Dritter stand seinName. Lange starrte er darauf hin und rieb sich mehr-mals die Stirne, er wollte den Schrecken vergessen, dener gehabt hatte, u nd jetzt war es ihm doch eine Freude,sich gedruckt zu lesen; er äußerte dieß aber nicht, sondernsagte nur, daß er um Dispensation bitte, da er in seinemAnwesen noch viel zu thun habe, und daß er auch seineFrau nicht verlassen dürfe. Martha entgegnctc rasch:
„Meinetwegen kannst du's schon annehmen, imGegenthcil, mir ist's lieb, wenn du auf ein paarWochen fortgehst, lieber als wenn du so all' Ritt ver-schwindest, wie in den Boden gesunken."
Der Vetter sagte, daß Dicthelm gar nicht ablehnendürfe; man wisse nicht, was hie Menschen denkenkönnten, wenn er sich davon losangle; das ginge ihnzwar nichts an, aber er dürfe es auch ohncdieß nicht,er habe das Schwurgericht zu allen Zeiten gepriesen,und jetzt müsse er auch dabei sein.