Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
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Amtsverweser war äußerst zurückhaltend, obgleich ermit an derselben Tafel speiste, er schien mehreren Da-men den Hof zu machen, die er oft auf Spaziergängenbegleitete. Glücklicherweise aber, man konnte nun nichtsagen, daß die Ansprache der Fürstin von ** daranschuld sei, hatte der Amtsverweser sie und den Vaterjust den Tag vorher begleitet und viel mit Fränz ge-lacht; er setzte nun diese Annäherung mit großer Be-ständigkeit fort, überbrachte selbst die Einladung zumKurhausballe und schickte am Abende desselben den er-lesensten Blumenstrauß, mit welcher Aufmerksamkeit ihmjedoch der Rautenkranzsohn znvorgekommen war. Eswaren beide wohl zu beachtende Bewerber. Der Nauten-kranzsohn war jünger und farbiger, in seinem vollenwohlgekämmten braunen Haare sah man stets die fri-schen Furchen der Bürste und den weißen Scheitel, derAmtsverweser war blasser und mit einer avancirendenGlatze versehen. Fränz hielt die beiden Sträuße derBewerber in der Hand und betrachtete sic lange, sieüberlegte, welchem Strauß und welchem Geber sie denVorzug gönnen solle, ihre Wangen glühten, sie warnicht dem Zufall ergeben genug, um eine Blume mitLiebt mich und Liebt mich nicht zu zerzupfen, sie über-legte, daß der Rantenkranzsohn allerdings seine Vor-züge hatte, er stand ihr näher, sie kannte seinen Lebens-kreis genau und konnte sich frei darin bewegen, auchwar er gut geartet und leicht zu beherrschen, nicht sosehr wie Munde, aber doch noch lenksam genug undsie hatte sich's ja einst als schönstes Ziel gedacht, FrauRautenwirthin zu werden; aber Frau Amtmännin und

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