Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
258
Einzelbild herunterladen
 

258

sagen etwas schäckernd hüpfendes wobei sie den Kopfin den Nacken warf.

Und diese letzte Haltung gewann die Oberhand alsder Priester bald geheilt im blumenbekränztcn Wagenabreiste.

Franz wollte, rund heraus gesagt, sich hier einenMann erobern.

Den Munde bei seinen Schafen hatte sie längstvergessen, ja sie sah jetzt, daß er nie zu ihr gepaßthabe, aber hier that ihr die Wahl weh zwischen demNautenkranzsohne, der hier Kellner war, und demAmtsverwcser. Der Kellner war eine gutartige undheitere Erscheinung, aber es hatte doch etwas Abstoßen-des, daß er hier Jedermann bediente und gegen alleWelt freundlich und unterwürfig sein mußte. Dasbehagte dem hoffährtigen Wesen der Franz durchausnicht. Wenn er ihr bei Tafel eine Schüssel reichte unddabei einige freundliche Worte sprach, schämte sic sich fastihm zu antworten; zwar erinnerte sie sich wieder, waser daheim zu bedeuten habe, und wie er mehr sei, alsViele, die er hier bediente, aber eben dieses Bedienengefiel ihr nicht, und dann konnte der Kellner nie einenSpaziergang, wie viel weniger eine Ausfahrt mit-machen, er mußte froh sein, wenn er eine Stundevon fünf bis sechs Nachmittags erübrigte, um an denHauspfosten gelehnt eine Zigarre zu rauchen, die erschnell verbarg, wenn ein Gast kam. Dennoch hatteFränz nicht recht den Muth, sich von ihm abzuwendcn,ja sie dachte sich aus, wie Alles schon anders würde,wenn sie einmal ein eigenes Wirthshaus hätten. Der