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3 (1853)
Entstehung
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einen verständnißrcichcn Blick zu thun, bedeutsam mitdem Kopfe zu nicken oder gar die Hände in einanderzu legen und unverwandt auf den Redner zu schauen.Mitunter war sie auch wirklich ergriffen und derSpruch: Rette deine Seele! schauerte ihr durch Markund Bein, sie erkannte mit Schrecken, wie sie ihrSeelenheil.bisher verwahrlost und war geneigt, demJungfrauenbunde, für den schließlich geworben wurde,bcizutrcten, aber ein äußerlicher Grund half ihr, sichvon den schweren Opfern zu befreien. Sie glaubte zubemerken, daß einige und zwar die Vornehmsten undManierlichsten von dem weihevollen Manne vorgezogenwurden, die Eitelkeit regte sich und gewohnt, daßAlles in der Welt nur zum Scheine geschehe, forschtesie auch hier den Täuschungen nach und glaubte solcheimmer mehr zu finden. Dennoch war sie bereits sosehr im Bannkreise des jungen Priesters, daß sie ihmreuig und zerknirscht diese ihre Sünde offen beichtete,aber die Mahnung ihre Eitelkeit zu besiegen machtesie stumm und im Innersten widerspenstig, zumal dieseAufforderung gerade mit der Ehre zusammen traf, dieihrem Vater durch die Fürstin von * * geworden war.

Die Leichtigkeit mit der sich ein Verhältniß imBadelebcn knüpft, zeigt sich auch im Lösen desselben.Fränz hatte immer mehr Abhaltungen im Schattender wilden Kastanien unter dem andächtigen Zuhörer-kreste des Missionärs zu erscheinen. Wenn sie dort-hin ging, hatte sie den stillen bescheidenen Gang undden niedergeschlagenen Blick, wenn sie aber bei denMusiken im Freien erschien, hatte sie, man kann fast

Auerbach, Dorfgeschichten, 3 . Band. 17