der Widerspenstigkeit und Aufsätzigkeit, den er in Franzniedergerungen hatte, schien in Martha jetzt neu zuerwachen, wenn gleich gemildert von ihrem an Er-gebung gewohnten Wesen. Mit Ruhe ertrug es Diet-helm, daß sie ihm heftige Vorwürfe machte, weil ermit Franz in der Welt umherfuhr und seine Fraudaheim vergaß, „wie ein im Stall angebundenes StückleVieh." Er versprach, sie nie mehr allein zu lassen.
Eines Tages ging er mit ihr nach dem Baue,der staunenswerth rasch vorrückte, die Sonne branntestechend und gewitterverkündend nieder, und Diethelmsagte:
„Ich weiß nicht, wie mir's ist, seitdem ich im Ge-fängniß gewesen, bring' ich eine Kellerkälte nicht ausmir heraus, es ist mir, wie .wenn ich einen Eisklumpenim Herzen hätt'. Ich Hab' gemeint, im Sommer wird'sbesser, aber es ist nicht. Du sagst jetzt, dir sei heiß,und ich werde die Gänshaut nicht los."
„Herr Gott! das sind meine todten Schwurfinger,"schrie Martha gellend und streckte die leichenhastenFinger Diethelm in's Gesicht.
„Was hast? Was machst?" fragte Diethelm er-schrocken und Martha erklärte, indem sie sich auf einenSteinhaufen am Wege setzte:
„Diethelm, was hast du gemacht? Weißt du's dennnicht mehr? Du hast ja geschworen, die Sonnesoll dich nicht mehr erwärmen, wenn du an's Brand-stiften denkst, dort, am Fenstersims hast's geschworenund jetzt ist's ja wahr geworden, die Sonne wärmtdich nicht und ich Hab einen falschen Eid auf mich