Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
238
Einzelbild herunterladen
 

238

umher, während sein Geschäftsgcnosse das Brennen ausdem Grunde verstehe.

Munde trat auf Diethclm zu, wiederholte in ent-schiedener Weise einen früher gemachten Vorschlag, daßman die Rappen gegen gute Ackerpferde vertausche, siebrauchten ja keine Kutschenpfcrde mehr.

Dicthelm widersprach heftig und der Steinbauer,der sich sonst nicht in fremder Leute Sachen mischte,ließ sich doch zu den Worten herbei:

Dein Tochtermann hat Recht, Gäule, die gewohntsind, in der Kutsch zu laufen, gehen zu Grund, wennsie wieder Zacker fahren müssen."

Der Steinbauer sagte das mit so schelmisch zwin-kernden Augen, daß eine Bczüglichkeit seiner Worteauf die Lebensweise Diethclms kaum zu verkennenwar. Dicthelm merkte das auch, aber er that, als obcr's nicht verstände, ihm war das versessene Wesendes Steinbaucrn in der Seele zuwider, aber er ver-mied doch jede offene Feindschaft mit ihm. Dicthelmschüttelte lächelnd den Kopf und gab lange keine Ant-wort, bis er endlich zu Munde gewendet sagte:

Das ist mein' Sach', Punktum."

Der große Umzug der Marktpferdc, der eben andem Rautcnkranz vorüberkam und Alles an die Fen-ster und auf die Straße lockte, unterbrach den Streit.Munde folgte seinem Schwäher auf den Markt. Mittenim Gewühle wurde er von seinem Feldwebel undmehreren Kameraden angehalten, die wie versprochengekommen waren, und nun auf's Neue ihr Verlangenaussprachen, den Pfifferling einkaufen zu sehen.