Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
233
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ihr überhaupt viel Gutes nachsage, daß sie Vater undMutter so getreulich pflege. Franz war stolz undhochfahrcnd, und doch war ihr das Lob der FrauRautcnwirthin, als setzte man ihr eine Krone auf.Diese Frau hatte es durch Schweigsamkeit und Zurück-haltung dahin gebracht, daß schon eine freie Anrede,um wie viel mehr ein Lob von ihr als Ehrenschmuckgalt, und sammelte sich hier gute Nachrede, so warman deren im ganzen Lande gewiß. Mit seltsamerBefangenheit sagte nun Franz, daß sie mit Mundeverlobt sei. Die Rautenwirthin zog nur ein wenigdie Brauen ein und sagte:Das ist schnell gangen.Ich wünsch Glück." Dann wendete sie sich um undgab anderen Gästen Bescheid.

Munde saß verdrossen bei Franz, die Eifersucht hateinen raschen Scharfblick, er behauptete Franz schämesich seiner und durch diesen offenen Ausspruch wurdedie noch halb schlummernde Empfindung der FränzPlötzlich geweckt.

Und wenn's wär'" sagte sie aufbegehrendwennich ein Mann wär, ich thät mir eher die Zung abbeißenehe ich einem Mädle sagen thät, cs kann sich meinerschämen. Aber du, freilich, du bist dagestanden wieder Bub, der die Milch verschüttet hat. Ich sag dir'snoch einmal, du mußt ganz anders werden oder dubringst's dahin, daß ich mich deiner schäm', ja, dahinbringst's, ja, daß du's nur weißt."

Munde behielt nur die ersten Worte der Fränzund er fühlte, daß sie recht habe. Die gereizte Seelen-stimmung hat aber etwas wahrhaft Ansteckendes. Munde