Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
230
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ziehen, die sie nach städtischer Tracht für ihn bestellthatte. Als er wieder kam, knüpfte sie ihm das Hals-tuch nochmals anders- und sagte dann frohlockend, sichvor ihn hinstellend:

So, siehst du? so, jetzt bist ein Mann, der sichsehen lassen darf."

Schon beim Einsteigcn gab es Streit. Franz be-hauptete, ein Brautpaar gehöre zusammen und derVater solle auf den Vordersitz und kutschiren, aberMunde willfahrte ihr nicht und Franz beruhigte sicherst, als ihr Munde sagte, daß die Herren in derStadt oft selbst fahren. Draußen vor dem Dorfe gabes abermals Händel. Diethelm wollte, daß Mundedie Geldgurte umschnalle und setzte selbstverrätherischhinzu:In der Stadt kannst mir sie wieder geben."

Das leid ich nicht," schrie Fränz,entweder oder,entweder behaltet ihr die ganze Zeit die Geldgurteoder mein Munde behält sie; er ist nicht euer Knecht,er ist wenigstens grad so viel wie ihr. Ihr könnetja das Geld in's Kutschentruckle thun."

Das wollte aber Diethelm nicht, sei es, daß er dasKutschentruckle noch scheute, oder daß er sein Geldauch zeigen wollte.

Wo man einkehrte, hatte Fränz bei der Ankunftund bei der Abfahrt noch manchen Zank mit demVater und mit Munde. Sie wollte es nicht dulden,daß dieser sich als Knecht benahm, ja sie weinte vorZorn als Munde ihr nicht nachgab und sprach oftStunden lang kein Wort mit ihm.

Im Oberlande war es noch ziemlich rauh und