Vierundzwanzigstes Kapitel.
Die Landstände hatten glücklich das alte Einsteher-wesen wieder hergestellt. Zum großen Pferdemarkte,der alljährlich in der Hauptstadt abgehalten wurde,schnallte sich Diethelm eine vollgestopfte Geldgurte um,er wollte sich ein neues Gespann und eine modische so-genannte Charabank kaufen und dann seinen Schwieger-sohn vom Militär losmachen. Munde verließ nurungerne jetzt seinen Vater, der fast nicht mehr vomBette herunter kam und zusehends abfiel; der alteSchäferle wollte aber nichts von ihm wissen und sagteimmer: „laß du uns beide — er meinte sich und denPaßauf — nur allein, geh du deiner Wege, sei glück-lich so gut du's kannst. Du bist jung, bei dir verlohntsich's noch der Diebshehlcr zu sein, ich bin schon zualt, ich wär' ein Narr, wenn ich erst so spät anfangenthät!" Martha versprach des kranken Mannes zuwarten, Fränz ließ sich nicht davon abbringen, mitnach der Hauptstadt zu reisen; was sie einmal wollte,das mußte auch geschehen.
Am Morgen als Munde kam, schickte sie ihn nocheinmal nach Hause, er mußte die neuen Kleider an-