Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
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Die ganze Welt verachten, das ist im Bauernrockwie in der Gallauniform das beßte Mittel, um nichtzur richtigen Schätzung seines eigenen Wertstes zu ge-langen.

Dietstelm gewöhnte sich an das Bewußtsein seinesVerbrechens, wie man sich an ein untilgbares körper-liches Leiden gewöhnt; Anfangs will sich die gesundeKraft nicht drein fügen immerdar eine Behinderungzu finden, nach und nach aber setzt sie sich damit zu-recht. Wir sind allzumal gebrechlich und sündhaft, daslernt der Stolz der übermüthigcn Kraft einschen und esfragt sich nur noch um das Maaß des nothwendigenMangels.

Während Dietstelm sich draußen tummelte, warMunde daheim viel beschäftigt und viel bewegt. Erwar gerade Ln entgegengesetzter und doch nicht unähn-licher Lage wie Diethelm. Jedermann glückwünschteihm zu seiner so überaus günstigen Lebenswendungund er wollte diese gutherzige Freude der Menschennicht dadurch stören, daß er ihnen sagte, wie tief erden gräßlichen Tod seines Bruders bctraure und daßein so schwarzer Fleck auf seinem Andenken ruhe; erglaubte, das nicht aussprechen zu dürfen, da er, wieder Vater ihm täglich vorhielt, aus der Asche seinesBruders sich sein Glück erbaue. Munde war ein selt-samer Bräutigam, es freute ihn, daß Diethelm wiedervon Auswanderern ein stattliches Bauerngut zusammenkaufte, aber wenn er Diethelm dann so im Geldewühlen sah, war es ihm oft als müsse er aus einerVerzauberung über alle Berge entfliehen und ihm