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3 (1853)
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und als er sich mit der Hand über das Gesicht fuhr,merkte er einen tödtlichcn Geruch. Er wusch sich dieHände lange im Schnee.

Im Waldhorn wunderten sich die Leute, wie blaßDiethelm aussah, und wie er große Gläser warmenWeines hinabstürzte, als wäre es kühles Qnellwafser.

Freude und Trauer folgten sich auf dem Fuße.Am andern Tage ließ Diethelm die Ueberrcste desEntseelten, die der Vater willig hergab, feierlich be-graben, und die Menschen, die Diethelm immer alsharten Mann gekannt hatten, lobten ihn sehr, weil erbei dem Begräbnisse so heftig weinte.

Die volle Kraft war wieder über Diethelm ge-kommen, er besuchte die Brandstätte und ordnete denBau und fuhr oft mit seinen Rappen über Land.Draußen fühlte er sich erst recht wohl. Zwar bliebes eine Widrigkeit, daß er von jedem neu Begegnen-den eine Beileidsbezeugung anhören und darauf miteiner schmerzvollen Miene oder auch mit einem Aus-ruf der Trauer dankend erwidern mußte; war aberdieß vorüber, hatte man hin und her den Heuchler-tribut bezahlt, dann überließ man sich ohne Scheu derFreude und dem Glückwünsche. Diese immer wieder-kehrende Wahrnehmung, wie lügnerisch die ganze Weltsei, da man Mitleid darlegte wo man keines hatteund im Gegentheil fast Neid empfand, da man Klagenausprcßte wo man Freude vermuthen mußte, diesesganze jämmerliche Possenspicl war für Diethelm fastein Labsal. Es war ihm recht, daß die ganze Weltschlecht war und es keinen ehrlichen Menschen giebt.