Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
216
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Munde beging den Unschick, mindestens die Anwen-dung des Mittels gegen böse Träume anzurathen, aberkaum hatte er das Wort Schaffell gesagt als Diethelmlaut aufschrie:

Ein Hund und ein Fuchs ist dein Vater, rächetder mir das, weil er weiß, daß mir so viel hundertSchafe jämmerlich verbrannt sind. Aber wer hat dirgesagt, daß ich bös träume?"

Niemand, ich Hab nur so davon gesprochen, weildas beim Frieren ist."

Bei mir nicht. Ich schlaf wie ein neugeborenesKind. Aber Munde, ich will dir auch gut betten, sag'sfrei was du willst," wendete Diethelm, um allesAndere vergessen zu machen.

Munde brachte nun im glückseligen Ueberströmenseine Bitte um Fränz vor. Diethelm solle freier Herrbleiben so lang er lebe, er wolle nur die Fränz.Diethelm nickte zufrieden, aber plötzlich sagte er:

Ich nehm' gar nichts an, du hast nichts gesagt,cs muß beim alten Brauch bleiben; dein Vater mußfür dich freiwerben, eher geb ich kein Jawort. Verlaßdich drauf."

Das war nun aber ein schwer Stück Arbeit denalten Schäferle zu diesem Gange zu bewegen, er ließsich nicht erbitten, weder durch Munde noch als FrauMartha ihn selber darum anging; er wiederholte stets,Munde könne thun was er wolle, er selber aber bleibedavon, er thue dem zu lieb nicht die Pfeife aus demMaul und gehe auch nicht mit zur Hochzeit.

So kam in betrübter Unentschiedenheit die Hochzeit