Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
211
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der vielleicht am Tode seines Bruders schuld wardie Asche des Bruders lag auf all' dem großen Besitz-thum. Aber was kann Franz dafür? Es ist nur einealte Dorfgewohnheit, daß das Kind die Schande erduldenmuß, die ans dem Vater ruht und ist nicht Dicthelmsreigesprochen und hoch geehrt?

Am dritten Abend als Munde das Dorf hinanfging,begegnete er Franz, sie reichte ihm froh und innig dieWillkommshand, aber es mochte seine ganze Gemüths-verfaffung zeigen, daß das erste was Munde sprach,dahin lautete: daß er ihr das Geld wieder geben müsse,das er ohne zu wissen bei ihrer Abreise aus der Haupt-stadt von ihr genommen habe. Er überreichte ihr dasGeld, das er in einem Papiere wohl verwahrt hatte,sie empfing cs mit den Worten:Sonst hast du garnichts zu sagen?"

Die trotz aller Tändeleien und Anknüpfungen nievöllig erstorbene Liebe zu Munde erwachte in ihr unddabei die Erinnerung an jenen Schreckensabend undetwas von der Milde und Demuth die damals in ihraufgesproßt war. Nach einer stummen Pause setzte siedaher hinzu:

Kannst dir denken, wie hart cs uns Allen zuHerzen geht, daß dein Medard dabei verunglückt ist.Wir sind ja alle zu ihm gewesen als wenn er dasKind vom Haus war' und dein Vater hat schweresHerzeleid über uns gebracht."

Mein Medard hat ihm das Gleiche gesagt, wiemir. Weißt wohl?"

Und du denkst noch daran?" sagte Franz schau-

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