er wehrte sich mit aller Macht dagegen, aber der Vaterblieb standhaft und sagte:
„Ob er Blutschuld auf sich hat, weiß ich nichtgewiß, aber so gewiß als der Himmel über uns istund nichts auf der Welt verborgen bleibt, hat er mitangezüudet. In alten Zeiten hat ein Bruder nichtgeruht, bis er für das Blut seines Bruders Rachegenommen hat. Kannst du hingehcn und die Tochtervon dem hcirathen? Nein. Weißt was, komm her"sagte der alte Schäserle aufstehend und holte einenNock aus dem Schranke, von jenen Kleidern, die ihmMedard zur Herbstzeit in der ersten Furcht übergebenhatte „da, komm her, zieh den Rock an und setz denHut auf und geh hin zum Diethelm und betracht' dirihn genau was er macht. Du siehst dem Medardgleich wie er vor Jahren ausgesehen hat, geh, mach's."
Munde ließ sich nicht dazu bewegen, er faßte denweißen rothausgeschlagencn Rock des Bruders undweinte bittere Thränen darauf, indem er dem Vatererzählte, daß auch gegen ihn Medard den Verdachtausgesprochen und daß er mit einem Schlag in's Ge-sicht von ihm geschieden sei. Dieses letzte besondersthat ihm so weh, daß er so grimm zornig von seinemBruder auf ewig geschieden sei. Munde hatte seinweiches sanftes Gcmüth bewahrt und er streichelte denNock als deckte er noch den, der ihn einst trug. DreiTage kämpfte Munde einen schweren Kampf mit sichund mit dem Vater. Der Gedanke, Fränz zu besitzen,entflammte ihn und wenn er wieder dachte, daß erewig um den Mann sein und ihn Vater nennen solle,