Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
209
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Vorhaben und sagte, daß dann gewiß wieder Alles gutwerde und daß auch die Seele des verstorbenen MedardRuhe haben werde, wenn sein liebster Wunsch erfülltsei. Diethelm nickte zufrieden, aber drei Tage langließ sich Munde nicht sehen und Diethelm war vollZorn gegen ihn und verbot Frau und Tochter einWortmit dem Bettelbuben" zu reden. In sich aberüberdachte er, daß es wohl klüger sei, dem Munde dieFranz nicht zu geben, diese Großmuth konnte leichtverdächtig erscheinen 'und als Gewissensangst gedeutetwerden und doch muthete ihn der Gedanke einer Sühnein Erfüllung des Versprechens gegen den Todten tröstlichan.Dann ist ja nichts geschehen sagte er sichals ein paar Jahre verkürzt und das hätte sich derMedard gerne gefallen lassen für das was seinemBruder zukommt, er hat ihn ja immer so gern gehabt."Und dann war es Diethelm unerträglich, daß nochirgend ein Mensch außer dem altersschwachen Mannean seine Schuld glaubte. So lange noch ein solcherMensch auf der Welt lebte, meinte er keine Ruhe zufinden.

Munde hatte seinem Vater erzählt, wie zutraulichDiethelm gegen ihn auf dem Rathhause war.

Ich weiß was er vorhat," sagte der alte Schäferle,er will dir seine Fränz geben."

Vater, was machet ihr?" ricfMunde hochentflammt.

Kannst dich drauf verlassen" fuhr der alte Schäferlegelassen fort,er will sich loskaufen."

Munde mußte aber und abermals hören, wie uner-schüttert der Vater an die Schuld Diethelm's glaubte,

Auerbach, Dorfgeschichten, 3. Bund. 14