Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
208
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Papier, auf dem die Buchstaben seltsam in einanderkrochen. Der Klang der Bruderstimme hatte Diethclmmächtig erschüttert. Die Einbildungskraft kann sich zuLeid und Freud das ganze Wesen und Gehaben einesVerstorbenen in die lebendige Erinnerung stellen, einesaber vermag sie nicht aus sich zu erwecken, es ist derKlang der Stimme des Abgeschiedenen, nur ein Tonvon außen ruft ihn wach. Und wie setzt Diethelmdie Bruderstimme hörte, drang sie ihm in's Herz, sodaß plötzlich alles Verborgene und gewaltsam Zurück-gedrängte vor ihm stand.

Diethelm faßte sich und sagte endlich das Papierniederlegend und sich zurücklehnend:

Was willst du setzt anfangen Munde?"

Ich werd' schon sehen" antwortete Munde undgrüßte soldatenmäßig. Diethelm aber rief ihm nochnach:

Komm zu mir in's Waldhorn, Munde, ich Hab'dir was Gutes zu sagen."

Das Gescheiteste wär', du gäbst ihm dein Fränz,"sagte der Schmied hinter dem Weggegangenensiehaben sich von se gern gehabt und es schickt sich g'radfür dich einem der nichts hat deine Tochter zu geben,und einen bräveren und schöneren Tochtermann kannstdu nicht kriegen."

Diethelm schwieg und nahm die Gemeindeverhand-lungen wieder auf. Am Mittage erzählte er seinerFran, daß er den Munde, herbestellt habe und es seiwohl möglich, daß er seinen Vorsatz ausführe und ihmdie Fränz gebe. Martha war glückselig mit diesem