Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
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Zweiundzwanzigsteö Kapitel.

An der Hochzeit des jungen Kübler mit DiethelmsBruderstochter, die Diechelm reichlich ausstattete, zeigtesich was die berittene Mannschaft zweier Dörfer ver-prassen kann und noch dazu, wenn es auf fremde Kostengeht; dem Diechelm war nichts zu viel und er ermuntertenoch Jeglichen zu Essen und Trinken. Das Faß Uhl-bacher wurde richtig ausgctrunkcn und Diechelm, demder Arzt seinen Leibwein verboten hatte, machte heuteeine Ausnahme und half wacker mit, denn er verbandmit diesem Tage noch ein zweites Fest.

Seit acht Tagen war Munde vom Militär heim-gekehrt, er war frei und hatte nur noch durch dreiJahre die gewöhnlichen Herbstübungen mit zu machen.Da Diechelm Schultheiß geworden war, mußte ihmMunde seinen Urlaubspaß übergeben, er wartete ab,bis Diechelm mit dem Gemeinderache auf dem Rath-hause war und übergab dort das Schriftliche ohneaufzuschauen und nannte ihn stetsHerr Schultheiß."Diechelm hielt gerade ein Anschreiben vom Amte inder Hand als Munde eintrat und sprach. Von heftigeinSchreck erfaßt, starrte er eine Weile hinein in das