Einundzwanzigstes Kapitel.
Nahezu zwei Monate war Diethelm im Gefäng-nisse gesessen, cs hatte mehrmals gcthaut, aber auchimmer wieder frischen Schnee gelegt und heute warein Heller, mäßig kalter, echter Schlittentag. Diethelmhatte sich gewundert, daß nicht der Vetter selber dasFuhrwerk gebracht, sondern einen Knecht mit demselbengeschickt hatte. Die Rappen schienen ihren Herrn nichtmehr zu kennen, sie senkten die Köpfe, so sehr auchDiethelm sie klatschte, mit ihnen sprach und ihnensalzbestreutes Brod vorhielt, sie hatten eben jenengejagten Brandabend noch nicht vergessen, und spürtenihn noch immer. Diethelm dachte, daß alle Welt ver-ändert sei und gewiß waren alle Häuser verschlossenund Niemand drängte sich zu ihm und reichte ihm dieHand, nicht einmal der Vetter war gekommen ihn ab-zuholen. Die Menschen sind alle falsch wie Galgen-holz, sie klagen und krächzen um einen Tobten, undwenn er Plötzlich wicderkäme, sie wären voll Zorn aufihn, weil er sie um ihr Mitleid betrogen. So dachteDiethelm als er mit der Wolfsschur angethan auf demVordersitze saß und die Pferde lenkte, hinter ihm saß