Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
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als Diethelm eintrat, und kaum hatte er mit seinerklangvollen Stimme die Worte gesprochen:Was istder Mutter?" als die Ohnmächtige die Augen aufschlugund in ein krampfhaftes Weinen und Lachen ausbrach,daß Diethclm mit zitternden Händen dastand und garnicht wußte, was er thun sollte; er fuhr seiner Fraumit der Hand über das Gesicht und sie faßte seineHand und hielt sie fest an den Mund und konnte nochimmer nicht sprechen.

Martha, ich bin frei," sagte Diethelm, sie auf-richtend,nimm' dich zusammen und sei froh. Es istja Alles wieder gut."

Martha hielt immer noch seine Hand fest und daserste Wort, das sie sprach, war:

Alles, was ich auf dem Leib trage, schenke ich einerarmen Frau und meinen Mantel auch, und ich willGutes thun an der ganzen Welt. Komm' Diethelm,komm', weißt was wir thun wollen? Wir wollenjetzt gleich in die Kirch' gehen, komm' Fränz, komm."

Du bist jetzt so schwach, laß' es auf ein andermal."

Nein, nein, jetzt gleich, ich bin nicht schwach, eshat mich nur so angewandclt. Ich bitt' dich, folg'mir jetzt, ich will dir auch in Allem folgen, was duwillst."

Diethelm mußte willfahren und mit seiner Frauin die Kirche gehen. Es schauerte ihn und durchfuhrihn eiskalt, als er in die hohe Halle eintrat, er warfsich mit seiner Frau vor dem Altäre nieder und batGott, ihn auf dieser Welt um seiner Frau und seinesKindes willen zu verschonen.