Betracht der Umstände vor jeder ausgesprochenen Zu-neigung. Was Wunder, daß unter solchen Verhältnissendie Untersuchung gegen Dicthelm nur mangelhaft geführtwurde, zumal keine rechten Beweise Vorlagen. DerVerweis, den der Amtsverweser darob von dem bestalltenRichter erhielt, nützte nicht mehr viel und der Richterversuchte nun selbst den rechten Haken zu finden.
In der Wohnstube der Postmeisterin war großeTrauer als der Amtsverweser seine Versetzung nacheinem viel besuchten Badeorte ankündigte, und als erbald Abschied nahm reichte ihm Fränz mit einem viel-sagenden Blicke die Hand, der Amtsverweser bot nunauch Martha die Abschiedshand, sie reichte sie undspürte dabei mächtig ein Jucken in der Hand über dassie seit Wochen schon oft geklagt hatte.
Fränz war nun selbst damit einverstanden, daßman von der Gasttafel wegblieb, sie war ungewöhnlichviel still und sinnend; sie sang oft still vor sich hin,und unterbrach sich dann plötzlich, wenn sie dachte, inwelcher Lage sie war. Die Mutter ermahnte sie nunselbst oft, zur Wirthin hinabzugehen, während sie ein-sam spann.
Eines Tages kam Fränz athcmlos in das Zimmergestürzt.
„Mutter," schrie sie, „Mutter, er ist da!"
„Wer? Um Gotteswillen der Vater?"
„Ja, der Vater," keuchte Fränz und wollte sicheben wieder umwenden, um dem Kommenden entgegenzu gehen, als die Mutter mit einem Schrei vomStuhle auf den Boden fiel. Sie beugte sich über sie,