Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
177
Einzelbild herunterladen
 

seine Besinnung behalten und gegen zwei Menschen,deren er bedurfte, sich so gestellt, daß sie ihm dienenmußten, ohne ihn dafür irgendwie in der Hand zu ha-ben. Es durfte Niemand geben, der nicht an seineUnschuld glaubte, oder gar Grund und Beweis gegenihn habe, dürfte das sein, so wäre ja Alles mit Medardumsonst... Einlenkcnd reichte er nun dem Vetter dieHand und sagte:

Thut mir leid, daß du dir so viel unnöthigenBrast machst, und ihr habt's auch gut gemeint, Kübler,das weiß ich wohl und bin auch erkenntlich dafür, wennich's auch nicht brauch. Ich mein' Vetter, es war'am besten wir reden gar nichts, ich Hab dir ja nichtszu sagen und du kannst ruhig vor Gericht auslegenwas du weißt."

Der junge Kübler betheuerte wiederholt seine Wohl-meincnheit und der Vetter sagte:

Ja, ich kann mich mit Teufels Gewalt aber nichtmehr besinnen, was ihr zu dem Buben gesagt habt."

Kann mir's denken" lachte Diethelm,wenn duvon deinem Uhlbacher serndigen trinkst, vergißst du leicht,daß du Frau und Kinder daheim hast, geschweige wasanderes, und dann hast noch Kirschengeist darauf gesetzt,das thut nie gut. Laß mir aber von deinem Uhlbachernoch was übrig bis ich heimkomm und da der Küblermuß in Büchenberg Hochzeit machen, ich zahl Allesund da trinken wir das Faß voll aus. Ja, was Habich sagen wollen? Ich hab's ganz vergessen."

Von wegen dem Buben," bedeutete der Vetter.

Richtig" nahm Diethelm unbefangen auf,besinn

Auerbach, Dorfgeschichten. 3. Band. 12