Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
176
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draußen vor dem Dorfe hängten sie dem Pferde dasNollengeschirr um und fuhren dann mühselig und ver-drossen nach der Stadt, wo sie erst gegen Morgenankamen. Der junge Kübler zog seinem Vater dieGefängnißschlüssel unter dem Kopfkissen weg, führteden Waldhornwirth die Treppe hinauf, öffnete dieZelle Diethclms, und jetzt standen beide vor demgrimmig Fluchenden, der sie nicht alsbald erkannte.Als sie sich zu erkennen gaben, und Kübler trium-phirend berichtete, daß er nach den Andeutungen Diet-helm's den Vetter geholt habe, rieb sich Diethelm mehr-mals die Stirne und fuhr dann zornig auf:

Verfluchtes blitzdummes Gethue! Kübler, was habtihr gemacht? Ihr bringt mich nur in neue Ungelegen-heit. Ich bin freigesprochen, Alles liegt sonnenklaram Tag und jetzt wenn's heraus kommt, und es kommtgewiß heraus, daß ihr meinen Vetter zu mir gebrachthabt, wird das wieder einen Verdacht auf mich werfenund es geht neu an'ö Protokolliren und ich kann nochTage und Wochen da hocken müssen und euer Vaterkann seinen Dienst verlieren. Aber mich geht's nichtsan und wenn's darauf ankommt, ich kann's nicht andersmachen, ich kann's beschwören und ich thu's, daß icheuch das nicht angelernt und nichts davon gewollt Hab."

Der junge Kübler stand wie vom Blitz getroffen,er hatte mit Klugheit Dank und Lohn zu erwerben ge-glaubt und mußte sich nun ausschelten lassen und fastnoch bitten, daß man ihn nicht verrathe.

Diethelm rieb sich vergnügt die Hände, er warstolz auf sich, mitten aus dem Schlaf geweckt hatte er