Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
172
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und lobte ihren Mann aus Herzensgrund. Der Richterging bald hievon ab und fragte:

Ist nie zwischen euch und eurem Manne davondie Rede gewesen, daß er brandstisten will."

Martha war's, als schlügen ihr Flammen in'sGesicht. Was sollte sie darauf antworten? Zwarhatte damals am Versicherungstage Diethelm die Sonnezum Zeugen angcrufen, daß sie ihn nie mehr erwärmensolle, wenn er einen solchen Gedanken habe, aber wennsie das bekannte, wer weiß, ob sie ihn nicht damitin's Elend stürzte, wer weiß, was daraus gemachtwird? Aber sie hat doch versprochen, die Wahrheitzu bekennen. Zweimal ließ sich Martha die Fragewiederholen, und schon stand ihr das Bekenntniß aufder Zunge, aber sie schluckte die Worte hinab undmatt die Hände in den Schooß sinken lassend, sagte sie:Nein, nie, niemals."

Ueber Medard befragt, erklärte sic, daß er ihremManne schon lange gram war, weil er ihn: manchmalim Zorn das Zuchthaus vorgeworfen, und der Me-dard sei ohnedies aussätzig gegen den Meister gewesen,weil er seinen Bruder, den er lieb hatte wie sein eigenKind, nicht vom Militär losgckauft habe, gegen sie abersei er immer gut gewesen, er habe zwar manchmal Ver-untreuungen gemacht, aber die könnten einmal die Schäfernicht lassen. Martha unterschrieb das Protokoll undwankte hinaus zu ihrer Tochter. Im Amthause sprachsie kein Wort mehr, auf der Straße aber sagte sie:Das sind Seelenverderber die Amtleute, da drobenhaben sie mir das Herz ausgeschnitten."