berichtete, daß sie mit der Mutter in der Post wohne.Der Richter befahl, daß Diethelm abgeführt werde.Er sprach kein Wort mit den Seinigen nnd ging vondannen.
Der Richter sagte nun Martha, daß er sie auchgleich verhören wolle, da sie nun da sei, er bot ihrden Stuhl an, den Diethelm so eben verlassen, siesetzte sich und legte die Hände in einander. Sie bat,ob nicht ihre Franz bei ihr bleiben dürfe, der Richterverneinte dies mit Bedauern, Franz könne indeß imVorzimmer warten.
Martha preßte die gefalteten Hände wie zu einemDankgebet zusammen, als ihr der Amtmann die schön-menschliche Gesetzesbestimmung erklärte, daß ein An-gehöriger keinen Zeugeneid zu leisten habe, und esüberhaupt seinem Belieben anheimgestellt sei, Zeugnißabzulcgen oder zu verweigern. Martha erklärte sichfür elfteres, theils in der Hoffnung, ihrem Mannezu nützen, theils auch, weil sie den Muth nicht hatte,ohne Red und Antwort das bestellte Gericht zu ver-lassen.
Martha war so offenbar ein Bild des aufrichtigenJammers, daß der Richter sie nicht mit verwickeltenFragen quälen zu wollen schien. Sie konnte mit Fugbctheuern, daß sie von der Handelschaft ihres Mannesfast gar keine Einsicht hatte, und als von ihren Ehe-zwisten wegen der Großthuerei und VerschwendungDiethelms die Rede kam, glaubte sie, daß Gott cs ihrverzeihen müsse, wenn sie das nicht unter die Weltkommen lasse, sie bestritt daher jeden ehelichen Zwist