zu empfangen, zu sterben... Er weinte auf's Neueum sein verlorenes Leben und über ihm tönte derwehklagende Grabgesang und ein schriller Drommeten-ton verwandelte sich in die Klagestimme seiner Marthaund ein anderer in die seiner Franz... Und die sindverloren auf ewig, und du wirst nicht gleich getödtet,du mußt Wochen und Monate lang, ja vielleicht deineganze Lebenszeit auf deinen schandvollen Tod warten.Mußt du das ertragen in Gefangenschaft und Elend,warum kannst du es nicht auch in Freiheit und Ehre?...Diethelm richtete sich auf und als jetzt von einer anderenThurmscite der Choral erscholl, sang er die Töne lautmit und seine Stimme tönte so voll, fast wie Posaunen-schall. Er sang so laut am Fenster, daß er nichthörte, wie das Schloß hinter ihm knarrte, die Thürsich öffnete und der Gefangenwärter eintrat, ihn zumVerhör abzuholen.
Um dieselbe Zeit war Martha in der Stadt an-gekommen, sie ging mit sest zusammengepreßtem Mundeund thränenlosem Auge umher, das Schicksal ihresMannes, der Tod ihrer Tochter, der sie nun nichteinmal eine eisige Scholle auf die Bahre werfen konnte,der gräßliche Tod des so treuen Knechtes, das Ver-brennen des Hauses, in dem sie so viele Jahre Freudund Leid verlebt, Alles das bestürmte ihr Herz undmachte sie so dumpf und verwirrt. Ihrer Bitte, aucheingesperrt zu werden, hatte man nicht willfahrt, undsie lief wie ein verirrtes verstoßenes Bcttelkind in denStraßen umher, als müßte sie Jemand finden, der ihrden Weg aus dem Wirrwarr heimwärts zeigte. Es