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Diethelm war nun allein. Er hatte sich vor Nie-manden mehr zu verstellen. Auf dem Stuhle vor demOfen saß er, und es war ihm, als müßte sein Körperin Stücke zerfallen. In dem Ofen brummte das Feuer,manchmal knallte ein Fichtenast und zischte langsamein grünes Scheit. Diethelm fühlte, wie ihm allesBlut im Herzen zusammen gerann, aber Wärme ver-spürte er nicht, kalt, unendlich kalt war es ihm; erhüllte sich in seinen Mantel und wickelte sich in diewollene Decke, die auf der Pritsche lag, immer wares ihm, als ob er in der so wohl verschlossenen Zellemitten in einem Luftzuge stehe und plötzlich fuhr er,wie emporgeschnellt" auf, die Wände dröhnten undschmetterten, zitternder Drommetenklang umrauschte ihnvon allen Seiten. Erst nach geraumer Weile besann ersich, daß die Stadtzinkenisten den Abendchoral bliesen,die Trompeten und Posaunen schienen gerade nachseiner Zelle gerichtet, so unmittelbar, so geradeausströmten die Töne in dieselbe und vor Allem stand jenerTag wieder vor Diethelm, an dem er sich zum unmä-ßigen Einkauf verleiten ließ.
Was war seitdem aus ihm geworden? Ein Mord-brenner! Diethelm hielt sich die zitternde Hand vorden schnell athmenden Mund, daß er das Wort nichtlaut ausrufe. Er warf sich auf die Kniee und einheftiger Thränenstrom entlud sich aus seinen Augenund er fühlte seine Wangen glühen und plötzlich wurdees ihm warm. Mit dem Antlitze auf dem Bodenliegend, sprach es in ihm, daß er Alles bekennen müsse,und er streckte sich weit aus, bereit, den Todesstrcich