euch auf den Tag hin wie's versprochen ist, Hochzeitmache und Gevatter bin ich auch; dann wollen wirlustig sein, daß die Stern am Himmel zittern; derVergeltstag bleibt nicht lang aus."
Der Landjäger verbat eben Diethelm jedes weitereReden, als der Gefangenwärter eintrat, mit der Kunde,daß Alles bereit sei. Diethelm erzitterte jetzt vorWuth, als man ihm Alles aus den Taschen nahm,als man ihm das Halstuch abnahm, und sogar dieHosenträger abnestelte; dieses letzte geschah aus demdoppelten Grunde, damit der Gefangene nichts habeum sich daran zu erhängen und bei einem etwaigenFluchtversuche durch die Nöthigung, die Hosen in derHand aufzuhalten, gehindert sei. Eine Minute lächelteDiethelm über diese Vorkehrungen, bald aber ward erdes grausamen Ernstes bewußt und mühsam schleppteer sich die Treppe hinan nach seiner Zelle, der jungeKübler trug ihm noch mitleidig seinen Mantel nach.Erst als ihn der Landjäger verließ, sagte er:
„Ihr kennt mich wol nicht. Ich bin von Gru-benau bei Letzweiler gebürtig. Meinen Vater hat manden Schreierhannesle geheißen, er ist ein guterFreund von eurem Vater gewesen. Ich Hab viel voneuch gehört, wie ich noch klein gewesen bin. Nunb'hüt Gott. Ich wünsch alles Gute."
Diese Mittheilung des Landjägers machte eineneigenen Eindruck auf Diethelm; daß der Mensch sichgedrungen fühlte, sich ihm zu erkennen zu geben, unddaß er von seinem Ruhme sprach, wie traf das jetztdas Herz des Gefangenen.