Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
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seinem Schoppen sitzen, meist schweigsam und wenigtheilnehmcnd an den Gesprächen um ihn her, nur seineBlicke folgten Franz, wenn sie durch die Stube ging,und er trommelte mit den Fingern auf dem Tisch,wenn sie mit einem Gaste freundlich that. Franz aberlächelte ihm nur manchmal schelmisch zu, und wenn ersie heimlich auf einen sogenanntenStänderling" vordem Hause bestellte oder gar mit ihr zum Tanzengehen wollte, wehrte sie strenge ab, da die Wirthin siebei dergleichen mit Schimpf und Schande aus demHause jagen würde. Während sie auf Habhaftwer-dung des Sternwirthsohnes und dann des Hauosohnesausging, verstand sie es, Munde doch so hinznhaltcn,daß er treulich wiederkam und diese ausdauernde Liebethat ihr einerseits wohl, andererseits hoffte sie dadurchbesonders bei dem Haussohne eine Eifersucht und eineraschere entschiedene Entschließung herbeizuführen. Inder Küche und bei dem Wirthssohne scherzte sie oft überMunde, den sie stets ihren Knecht nannte und überseine närrische Verliebtheit.

Schon seit mehreren Tagen erwartete Fränz ihrenVater, und.als sie von allen ankommcnden Fuhrleutenvernahm, welch eine unerhörte Kälte draußen sei, be-klagte sie, daß ihr Vater dadurch abgehalten werdenkönne, sie zu holen. Gegen Abend kam Munde mitnoch einem Soldaten und einem Bauer aus Unterthail-fingen, der diesen letzten, seinen Sohn, besucht hatte.Fränz that heute besonders freundlich gegen Munde,bat ihn um Aufträge an die Seinigen, da sie bald dieStadt verlasse.

Auerbach, Dorfgeschichten, Z. Band.

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